Warum fällt es mir so schwer, mein Verhalten im gleichen Umfeld zu ändern? Kennst Du das? Du hast zum Beispiel mit einer neuen Sportart angefangen und bist richtig ambitioniert. Endlich hast Du ein Hobby gefunden, das richtig gut zu Dir passt.
Du berichtest begeistert davon, doch jedes Mal hörst Du von Deinem Umfeld „Und machst Du noch Sport?" Eine subtile Frage, die mit einem Hauch Ungläubigkeit benetzt unterschwellig ausdrückt, dass die Person erwartet, Du hättest schon aufgegeben. Es ärgert Dich, weil die Person nicht zu begreifen scheint, dass Du es ernst meinst.
Was passiert hier genau?
Die Meinung über Dich wurde bereits gefasst, Du steckst in einer Schublade. Und diese Schublade kann verdammt hartnäckig sein. Die vorgefasste Meinung sorgt für eine selektive Wahrnehmung. Es handelt sich um eine kognitive Verzerrung, den sogenannten Bestätigungsfehler (engl. Confirmation Bias). Menschen neigen dazu, Informationen so auszuwählen, zu sammeln und zu deuten, dass sie die eigenen Erwartungen und Überzeugungen bestätigen. Ist eine feste Meinung von einer Person also gefasst, werden nur die Situationen und Handlungen herausgefiltert und erkannt, die der vorher gefassten Erwartung und Überzeugung dienen.
Hörst Du diese Sätze oft genug und lässt sie an Dich heran, kann es sein, dass Du selbst beginnst, sie zu glauben. Das kann zur Folge haben, dass Du in alte Muster zurückrutschst, obwohl Du gerade auf dem besten Wege bist, diese hinter Dir zu lassen. Um bei unserem Beispiel zu bleiben, würdest Du Dir vielleicht einreden lassen, dass die Sportart doch gar nicht zu Dir passt.
Doch hier kommt der Clou: Das hat überhaupt nichts mit Dir zu tun.
Stark, dass Du neue Verhaltensweisen etablierst!
Menschen möchten mit dem Bestätigungsfehler ihr eigenes Weltbild bestätigen. Es ist also viel wahrscheinlicher, dass die Person selbst aufgeben würde. Achte mal darauf, was Menschen Dir raten – in der Regel sind es die Wünsche, Ängste oder Themen, die sie selbst beschäftigen. Wenn Dir dieser Umstand bewusst ist, kannst Du die Meinung einer Person mit einem ganz anderen Blick betrachten.
Wenn Du wächst, sollte Dein Umfeld mit Dir wachsen – oder Du solltest hinter Dir lassen, was nicht mehr passt.
— Mein Tipp
Gehen wir noch einen Schritt weiter. Bisher hast Du die negative Seite der Medaille kennengelernt, doch es gibt auch eine positive. Der Confirmation Bias funktioniert auch wunderbar in die andere Richtung. Er unterstützt Dich dabei, die Person zu sein, die Du werden willst. Nehmen wir an, Du wünschst Dir mehr Selbstbewusstsein und Souveränität.
Deine Challenge
Nimm Dir ein Blatt Papier und schreib eine neue Identität auf, z. B. Ich bin souverän und selbstbewusst. Fordere nun Dein Gehirn auf, ganz gezielt nach Beweisen zu suchen, dass dies bereits der Wahrheit entspricht. Beobachte Dich für 3 Tage wie aus dem Auge der Wissenschaft und sammle die Evidenzen für diese Identität – das können ganz kleine Situationen, Sätze oder Handlungen sein. Jedes Mal, wenn Dir etwas auffällt, sagst Du „Beweis!". Dadurch bekommt die Evidenz mehr Gewicht und Du programmierst Deinen Fokus auf diese Identität.
Am Ende eines jeden Tages fragst Du Dich: Was würde die souveräne, selbstbewusste Version von mir heute tun? Und dann setzt Du eine kleine Sache in die Tat um – schreibst eine Nachricht, die Du schreiben wolltest, stellst eine Frage, die Du fragen wolltest, und so weiter.
This is the moment when manifestation becomes embodiment.
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