Kein Job-Hopping mehr mit dem selben Gepäck

Kein Job-Hopping mehr mit dem selben Gepäck

„Ich hab gekündigt. Endlich bin ich bald weg." „Ich fang nochmal neu an." „Die gleichen Fehler mach ich nicht nochmal – im nächsten Job wird alles besser."

In Gesprächen habe ich schon oft diese Sätze gehört. Mal ehrlich, ich selbst habe diese Sätze schon mal gedacht und bin mit großer Hoffnung zum neuen Arbeitsplatz gewechselt. Die Phase der Einarbeitung ist kräfteraubend, weil so viel Neues auf einen einprasselt und Routinen erstmal geschaffen werden müssen. Klar, dass man da die ein oder andere Situation übersieht, in der man in alte Muster fällt.

Vielleicht bist Du Everybodys Darling und übernimmst schnell mal Aufgaben, die gar nicht bei Dir liegen, für andere mit, weil Du ja ein guter Team-Player bist. Vielleicht scheust Du Diskussionen und Konflikte, möchtest erstmal nicht auffallen und sprichst dadurch nicht direkt die Situation an, bei der eine Deiner Grenzen überschritten wurde. Das war bestimmt nicht beabsichtigt, denkst Du Dir. Vielleicht willst Du beweisen, wie gut Du in Deiner Arbeit bist, und gibst deshalb mehr als 120 %. Wenn Du erstmal ein Standing hast und gelobt wirst, dann kannst Du es ruhiger angehen lassen.

Wieso landest Du wieder in alten Mustern?

Diese Frage hat mich nicht mehr losgelassen. Ich wollte ihr auf den Grund gehen – nicht einfach nur durch kognitives Verstehen, sondern durch echte, tiefgreifende Veränderung.

Schauen wir dazu erstmal in uns: Unser Gehirn ist hervorragend ressourcensparend und geht daher am liebsten den schnellsten Weg. Der schnellste Weg ist immer der, bei dem häufig genutzte Synapsen-Verschaltungen reibungslos zusammenarbeiten. Ähnlich wie eine Daten-Autobahn kann das Gehirn hier richtig Vollgas geben. Es muss nicht über jeden einzelnen Schritt nachdenken und kann bequem auf Autopilot laufen. Das spart eine Menge Energie.

Will ich nun eine Verhaltensveränderung etablieren, reicht es nicht, mir darüber nur im Kopf im Klaren zu sein. Ich muss etwas dafür tun. Um in meinem Gehirn neue Autobahnen anzulegen, muss ich zunächst die alte Strecke verlassen und aktiv über jeden einzelnen Schritt nachdenken.

Lass mich das anhand des Beispiels Grenzen setzen verdeutlichen: Damit meine eigenen Grenzen nicht mehr überschritten werden, muss ich sie verteidigen. Bevor ich sie jedoch verteidigen kann, muss ich wissen, wo sie verlaufen und wofür ich überhaupt genau stehe. Der Kern liegt in einem starken Selbstwert. Fühlst Du Dich selbst wertvoll, kommunizierst Du Deine Grenzen aus einer inneren Selbstverständlichkeit. Nicht aus Wut. Nicht aus Verletztheit.

Du brauchst keine Veränderung im Außen. Der größere Shift passiert, wenn Du Dich auf Dein Inneres konzentrierst.

— Die Wirkungsmacher®

Wie baust Du eine neue Autobahn?

Ich habe damit begonnen, mir die Situationen anzusehen, bei denen ich mich schlecht gefühlt habe. Wenn Du gerade eine Situation im Kopf hast, stell sie Dir vor Deinem inneren Auge vor – aber schaue als außenstehender Beobachter drauf. Wie reagiert Dein Gegenüber? Wie reagierst Du? Was möchten Dir Deine Gefühle für Botschaften senden?

Aus diesen Erkenntnissen habe ich mir neue Reaktionen überlegt, wie ich auf die gleiche Situation künftig reagieren möchte. Das ist der energieaufwändige Part für unser Gehirn, denn es erfordert eine genaue Planung, wo die Autobahn verlaufen soll.

Im Anschluss habe ich die neuen Verhaltensweisen in Sätze gefasst – ohne Negation oder Konjunktiv. Um meinen Selbstwert zu stärken, habe ich auch hierzu reichlich Sätze runtergeschrieben. Fertig war meine Autosuggestion. Damit ist die neue Autobahn geplant, aber noch nicht gebaut. Um meine neuen Verhaltensweisen zu etablieren, habe ich mir die Autosuggestion laut vorgelesen. Tag für Tag. Monat für Monat. Mittlerweile über ein Jahr.

Die Veränderung ist unfassbar!

Deine Challenge

Such Dir eine Situation raus, die Dich immer ärgert. Betrachte sie und horche auf die Botschaften. Dann schreib Dein Verhalten aktiv um und stärke Dein wundervolles Selbst. Lies Dir die aufgeschriebenen Worte für 66 Tage vor und schau, was passiert.

Ich begleite Dich gerne auf diesem Weg und erarbeite mit Dir gemeinsam eine Autosuggestion. Schreib mir an kim.brosig@wirkungsmacher.de.

Kim Brosig
Geschrieben von
Kim Brosig

Mitgründerin der Wirkungsmacher® und Expertin für nonverbale Kommunikation, Körpersprache und Charisma. Sie begleitet Menschen dabei, ihre fachliche Kompetenz authentisch sichtbar zu machen.